Was wäre, wenn die bei Windows vorinstallierten Fonts ihre Namen etwas zu ernst nehmen würden? Ganz lustig, aber ich möchte schon festhalten, dass Comic Sans KEIN Superheld ist, sondern eindeutig ein Super-Schurke! Im übrigen fordere ich die Löschung von Comic Sans
via Stefano Picco24.7.08
13.3.08
Lustiger Flyer
Unerwünschte Postwerbung ist an sich schon nervig genug, zumindest dann, wenn sie nicht hervorragend gestaltet ist. Wenn nun ein Adressverlag uns anschreibt, und zwar unter unserer vor-vorletzten Firmenadresse, ist das schon peinlich. Wenn sich derselbe Verlag, der sich gerne so businesslike gibt, anbiedert, indem er mich duzt, eine peinliche Illustration und die grausame Comic Sans verwendet; wenn sich der Flyer mit dem CD des Unternehmens nur so prügelt und wenn sich die Headline sogar noch reimt, ja, dann ist das schon einen Blogeintrag wert. Nicht?
P.S. Ich gönne mir jetzt eine Woche Heimaturlaub. Bis dann! Und weg.
18.6.07
Lustige Urkunde
Ich melde mich hiermit offiziell aus dem Vaterschaftsurlaub zurück. Gleich mit einer lustigen Typo-Geschichte vom Standesamt. Geneigte Blog-Leser wissen ja schon, was der Durchschnittsdesigner von einer bestimmten in Windows vorinstallierten Schriftart hält. Es entbehrt also nicht einer gewissen Ironie, dass das erste Dokument im Leben meines zweiten Sohnes, seine Geburtsurkunde, in Comic Sans ausgefüllt wurde. Call me old-fashioned, aber auf einer staatlichen Urkunde würde ich mir schon eine klassische Serifenschrift wünschen. Comic auf der Geburtsurkunde, das ist ja wie Bodoni am Handydisplay! Da wünscht man sich direkt die Zeiten zurück, als Beamte mit Gamaschen solche Dokumente noch in feinstem Sütterlin von Hand ausgefüllt hatten. Na ja, das vielleicht doch nicht.
20.11.06
Gar nicht lustig
Wohl keine Schriftart der Welt – mit der möglichen Ausnahme von Arial – ist unter Designern so unbeliebt wie Comic Sans. Der Grund dafür ist paradoxerweise in ihrer Beliebtheit bei Nicht-Designern zu suchen. Seit Windows 95 schickt Microsoft die Schrift mit seinem System mit, und seither schmückt die Comic Sans alles, was irgendwie lustig, freundlich und verspielt sein soll. Von der Menükarte über den Firmenfolder bis hin zum Plakat.
Dabei schreibt selbst der Designer der Comic Sans fast entschuldigend auf seiner Website, dass diese Schrift nur für die Sprechblasen eines lustigen Hundes in einem Microsoft-Programm gezeichnet wurde. Für längere Texte oder gar Beschriftungen war sie nie gedacht. Doch dann spielte das Prinzip «Microsoft Office»: Was an Schriften installiert ist, wird auch eingesetzt. Die Resultate sind unter anderem bei Flickr zu bestaunen.
Das macht Designer wütend. So wütend, dass sie eine Aktion gestartet haben, die Comic Sans verbieten will: Ban Comic Sans. Eine lustige Aktion gegen die nicht lustige Schrift? Nun, die Abneigung der Profis gegen Comic Sans hat Gründe jenseits des Branchendünkels. Comic Sans hat keine durchgehende Grundlinie, dadurch scheinen die Buchstaben herumzuspringen und das Auge wird nicht geführt. Die Bögen und Schenkel der Buchstaben sind krakelig, die Buchstaben mal nach links, mal nach rechts geneigt. Auch das hemmt den Lesefluss ungemein. Durch die unruhige Führung wird auch die Erkennbarkeit auf Distanz minimiert. Kurz: Comic Sans ist schlicht und einfach keine Leseschrift. Dann doch lieber Times New Roman.