18.1.08

Ohlala

Der Fontblog weiß von einem Logo-Redesign aus Österreich zu berichten: Aus sport1.at wird laola1.at. Ich werde mich hier mal outen: Ich interessiere mich nicht für Sport, geschweige denn Fußball, ich habe keine Ahnung davon, am ehesten bin ich damit noch auf der Playstation in Berührung gekommen. Das wird ein hartes Jahr für mich als Schweizer in Wien ...

Insofern bin ich wohl auch nicht die beste Person, um den Namens- und Logowechsel von sport1 zu laola1 nachzuvollziehen bzw. zu bewerten. Aber mal ehrlich, liebe Sportfreunde, ist das nicht ein bisschen sehr bunt und wuselig? In Bildschirmauflösung und kleiner Darstellung (siehe hier)ist das für mich jedenfalls nicht lesbar. Und was ist das bitte für ein Name und eine URL? Abgesehen davon, dass man das Teil nicht aussprechen (und daher nicht weitersagen) kann, wird die Ziffer «1» gerne mit dem kleinen «l» verwechselt – die beiden Zeichen sind bei manchen Fonts praktisch identisch. Also LAOLA1 oder LAOLAL? Halali, trallala, ohlala. Ich weiß nicht ...

10.1.08

Ergo Austria

Ich melde mich zurück aus dem Weihnachtsurlaub, und das direkt aus unserem neuen Büro – Fotos folgen demnächst. Noch ist alles etwas karg, die Einkaufsliste für IKEA lang, dennoch fühlen wir uns schon pudelwohl. Das neue Jahr kann kommen!

Zunächst aber noch ein kleiner Rausschmeißer fürs alte Jahr, in Form eines weiteren abgeschlossenen Projekts. Es handelt sich um den Relaunch des Bundesverbands der österreichischen Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten unter dem neuen Namen «Ergo Austria«.

Der Wunsch nach einem neuen Äußeren kam aus den Reihen der Mitglieder. Wir wollten die Ergotherapie etwas vom veralteten Bild der Basteltante im Keller, vom Handgestrickten, Alternativen befreien, den Auftritt frischer machen, Professionalität und fachliche Kompetenz signalisieren, ohne unterkühlt zu sein. Die Spirale haben wir aufgenommen, aber in einzelne Segmente aufgeteilt, die einerseits für die verschiedenen Fachgebiete der Ergotherapie stehen können, gemeinsam aber auch die langsamen, stetigen Schritte der Klientinnen und Klienten in der Ergotherapie symbolisieren.

Im Layout haben wir mit viel Weißraum und Symbolbildern mit Händen gearbeitet, die für das heilsame Aktivsein der Ergotherapie stehen. Im Anschluss ein paar Bilder der fertigen Berufsbild-Broschüre.

28.12.07

Umzug

Es hat ja schon kreisrote Tradition, ein neues Jahr in einem neuen Büro zu beginnen. Wir wollen die Tradition gleichzeitig hochhalten und beenden, indem wir Anfang Jänner 2008 endlich einen Standort beziehen, der zu hundert Prozent zu uns passt. Kein Home Office, keine Untermiete, keine Kompromisse mehr. Dafür Platz für uns und unsere Projekte. Damit nicht nur die Ideen blühen, ist auch ein Stück Garten dabei!

Also, ab 1.1.2008 gilt folgende Adresse:

kreisrot corporate design
Geusaugasse 47/1
1030 Wien

Die Festnetznummer bleibt, Faxnummer wird neu 01/253 30 33 2507. Für U-Bahn-Fahrer: 2 Minuten von der U3-Station Rochusgasse entfernt, Ausgang Hainburgerstraße.

Frohe Feiertage und einen rundum angenehmen Jahresbeginn!

18.12.07

Designer-Geschenke

Wir schreiben den 18. Dezember. Eindeutig zu spät für originelle Weihnachtsgeschenke. Für Bücher, CDs oder Krawatten wird's noch reichen. Aber hey, die nächste Chance kommt bestimmt, und dafür sollten wir gewappnet sein. Also hier zwei Tipps, die insbesondere bei Menschen gut ankommen werden, die ein Faible für Gestaltung haben.

In Stuttgart haben sich Sandra Kübler und Christine Voshage die Typolade ausgedacht. Das ist die Verbindung von zwei meiner größten Leidenschaften: Typografie und Schokolade. Statt Blei kommt also Schoko zum Einsatz, das Resultat wirkt jedoch wie frisch aus dem klassischen Bleiletter-Setzkasten. Wunderschön, individuell und wohlschmeckend! Die Botschaften sind wahlweise druckfertig (also seitenverkehrt) oder seitenrichtig zu haben. Buchdruck würden wir damit dennoch nicht empfehlen.

Von W2 Products in London kommt die simple, aber effektive Idee, die schnöden Papierschnipsel aus dem Pantonefächer durch formschönere und doppelt nützliche Kaffeehäferln zu ersetzen. Ein bisschen nerdy, aber schon auch sehr schick. Zum Farbabgleich in die Druckerei würde ich damit nicht marschieren, aber für einen Ersteindruck bei der nächsten Logo-Präsentation auf jeden Fall. Ich freu mich schon auf den ersten Auftraggeber, der sagt: «Ich hätte das Logo gerne in der Farbe der Tasse». Dann brauchen wir nur noch die Nummer ablesen.

6.12.07

Free Magenta

Ich verkünde regelmäßig in meinen Corporate-Design-Seminaren, dass ich sehr für mutige Farbentscheidungen bin. Wir brauchen nicht unbedingt und in jedem Fall ein dunkelblaues Logo. In diesem Zusammenhang zitiere ich gerne den Fall der Deutschen Telekom, die auf Vorschlag von Interbrand eine Farbe gewählt hat, die damals eher in den Drogeriegroßhandel gepasst hätte und den meisten Leuten eher hässlich erscheint: Magenta. Dank dem fetten Marketingeuro des Konzerns hat sich das geändert. Mittlerweile hat die Telekom sich sogar gewisse Markenrechte für diese Farbe erstritten – siehe diesen Artikel.

Und wo wir gerade beim Streiten sind: Dieser Fall einer farbbedingten Klage des Konzerns dürfte nicht der einzige sein.

Magenta ist eine der Grundfarben des Vierfarbdrucks und insofern seit seiner Erfindung in irgend einer Art und Weise präsent. Sie steckt in jeden Bürodrucker und wurde schon immer auch im Marketing für diverse Unternehmen und Marken eingesetzt. Eine Registrierung als Farbmarke, die an sich schon Seltenheitswert hat, scheint mir eine sehr heikle Angelegenheit zu sein. Es gibt einen Punkt, an dem die vertretbaren Interessen eines Markenartiklers enden. Nämlich jenen, wo das öffentliche Interesse beginnt.

Siehe auch: Free Magenta, Reclaim Magenta.

Bild: Jen_Mo@flickr

29.11.07

Harfenmusik

Dieses Projekt ist schon seit längerer Zeit abgeschlossen, aber seit gestern haben wir das Endprodukt auch auf dem Tisch liegen. Es ist dies die neuste CD von Georg Baum, seines Zeichens klassischer und vor allem keltischer Harfenist, Komponist und Feinstoff-Denker. Die CD «BAR» hat nichts mit Getränken zu tun, sondern ist die zweite einer Trilogie von Konzeptalben, die vom Runenalphabet inspiriert sind. Wir haben ja schon drei CD-Booklets für das Duo Maerklang gestaltet, wo Georg für den Klang zur Maer sorgt, daher sind wir schon ein eingespieltes Team und «BAR» ging recht locker von der Hand. Wir hatten mit dem Gemälde von Peter Weibel und den Fotos von R. Haas schon sehr feines Material zur Verfügung und mussten fast nur noch typografischen Input leisten. Mit Stillfotos hab ich's nicht so, trotzdem hier ein paar schnelle Impressionen.

Übrigens: Wer noch ein schnelles, feines und exklusives Weihnachtsgeschenk für seine Lieben (oder seine lieben Kunden) sucht: Bei Maerklang gibt es drei passende CDs mit Weihnachts-, Winter- und Liebesmärchen derzeit zum Aktionstarif. Kein Kinderkram, sondern wunderbare Geschichten aus den Untiefen der menschlichen Seele. Kaufen, kaufen, kaufen!

27.11.07

adVantagePoint

Wie schon erwähnt, das Jahresende scheint auch die Zeit für abgeschlossene Projekte zu sein. Das gilt auch für «adVantagePoint», ein junges Unternehmen, das viel Arbeit in die Entwicklung eines neuartigen Coaching-Konzeptes gesteckt hat. Ein Kernthema ist, den einen Punkt zu finden, bei dem man ansetzen muss, damit sich Dinge leichter entwickeln. Beim Punkt sind wir dann auch im Logo gelandet, wenn auch eher in Form eines Play-Buttons. Das passte wieder thematisch, schließlich soll mit dem Coaching ja etwas ablaufen, etwas losgetreten werden. Das Logo schaut für uns sehr nach Klassischer Moderne und, vor allem durch die Schrift Folio Bold Condensed, nach dem großen Autorenkino dieser Zeit aus. Das Thema Kino war somit auf dem Tisch, was eine ganze metaphorische Welt nach sich zog, so nach dem Motto «Spiele die Hauptrolle in deinem eigenen Film». Das ist der Website anzusehen.

20.11.07

5 Jahre kreisrot

Es war an einem von diesem vernebelten Novembertagen im Jahre 2002, als das Unternehmen kreisrot corporate design beim Handelsgericht Wien ins Firmenbuch eingetragen wurde. In diesen fünf Jahren hat sich unglaublich viel entwickelt, wir haben viele Fehler gemacht und deswegen sehr viel gelernt.

Damals waren wir vier Partner; zwei von ihnen haben sich nach einem halben Jahr verabschiedet, nachdem klar wurde, dass wir nicht in die gleiche Richtung gehen wollten. Rückblickend eine sehr gute Geschichte, vor allem, weil sie früh genug passiert ist. Das hieß für uns zweierlei: Vorangehen und die Richtung noch klarer definieren. Und es hieß auch Reduktion aufs Wesentliche, zunächst Home Office und dann Büro-Untermiete. Das wird sich – so viel sei schon mal verraten – demnächst ändern. Schließlich wollen wir die schöne Tradition, einmal alle ein bis zwei Jahre umzuziehen noch dieses eine Mal wahren.

Wir haben in dieser Zeit auch viel mit Marketing experimentiert und wissen jetzt definitiv, was für uns nicht funktioniert. Nämlich alles, was mit Kalt-Akquise zu tun hat. Seit einigen Jahren funktionieren wir also nach folgendem Prinzip: Wir suchen nicht unsere Auftraggeber, sondern wir sorgen dafür, dass diese uns finden, wenn sie uns brauchen.

Vieles läuft natürlich über die Mundpropaganda, aber auch das nicht von selbst. Dieses Jahr sind Projekte entstanden, die ich vor ein, zwei Jahren bereits mit einem Kontakt angeleiert hatte. Gleichzeitig zahlt es sich langsam aber sicher aus, dass wir für unsere Auftraggeber immer mit Leib und Seele am Werk sind – in Form von Folgeaufträgen, Empfehlungen und Kooperationen.

Der wichtigste Lerneffekt für mich war aber, zu wissen und von unseren Auftraggebern zu hören, was uns als kleines Grafikbüro auszeichnet: wir gehen strukturiert vor, wir fragen genau nach, wir reden Klartext, wir machen funktionierende Werkzeuge. Wir wissen auch, was wir nicht sind: Werber, Schönredner, Künstler. So viel zur Selbsterkenntnis.

Nach fünf Jahren heißt es auch, ein unternehmerisches Fazit zu ziehen. Funktioniert die Idee oder schwimmen wir nur mit? Letztes Jahr hätte ich noch gezweifelt, aber heuer ist wirklich alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten. Unsere Auftraggeber und unsere Projekte werden größer, wir betreuen immer mehr Marken und Unternehmen kontinuierlich, wir haben echte «Stammkunden», ohne, dass uns die neuen (großen und kleinen) Projekte abhanden kommen würden. Das wirkt sich in schönen Referenzen aus, die (versprochen!) demnächst auf unserer Site vorgestellt werden. Aber auch in Zahlen, da wir höchstwahrscheinlich unseren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent gesteigert haben werden.

Ja, wir mussten am Anfang ziemlich untendurch. Ja, wir wollten auch schon mal alles hinschmeißen. Aber in solchen Momenten wissen wir dann, dass sich die Mühe gelohnt hat. Unser Baby wächst und gedeiht.

Das wird, liebe Freunde, natürlich auch noch gefeiert werden! Aber das zu gegebener Zeit, denn, wenn alles gut läuft, könnt Ihr dann schon unsere neue Bleibe bewundern!

13.11.07

Patentanwälte

November ist bei uns scheinbar die richtige Zeit, um Projekte abzuschließen. Jedenfalls geht es uns gleich bei mehreren so. Deshalb an dieser Stelle wieder mal einen kurzen Blick auf das, was wir so anstellen.

Unser Auftraggeber ist eine Patentanwaltskanzlei in Wien, die seit vielen Jahren durchaus gut ohne professionell gestaltetes Corporate Design ausgekommen war. Ganz befriedigend war die Sache nicht, vor allem auch deshalb, weil in einer Kanzlei wie dieser tonnenweise Schriftstücke anfallen. Wichtig war Corporate Design also, aber halt nicht so dringend. Mit dem Eintreten eines neuen Partners und der Notwendigkeit einer Website war nun die Gelegenheit gekommen und wir konnten uns gegen zwei Mitbewerber im Vorgespräch durchsetzen.

Wie üblich holten wir uns die essentiellen Hintergrundinformationen über die Abläufe im Büro, die Partner, Kunden und Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens im Rahmen eines Corporate-Identity-Workshops mit den drei Partnern. Ich freute mich besonders über dieses Feedback: «So strukturiert hatte ich das nicht erwartet.»

Bei der Ideenfindung kristallisierten sich schnell zwei Themen heraus: Industrielle Technik und der Erfinder als Ursprung von Patenten. Somit landeten wir schnell bei Nikola Tesla, dessen Patente Bände füllen, dem Prototypen des Einzelerfinders schlechthin. Dessen Teslaspule stand Pate für das Logoicon, für dass sich unsere Auftraggeber letztlich entschieden haben. Wir blieben bewusst bei Schwarz-Weiß, um dann auf den Druckwerken und im Web Farbflächen einsetzen zu können, auf denen das Logo negativ eingesetzt wird. Wir wollten zunächst bunter werden, sind dann in Abstimmung mit dem Auftraggeber doch bei einem satten Blau gelandet. Typografisch haben wir uns für die Meta Korrespondenz entschieden, deren organische Formen und Leichtigkeit einen schönen Gegenpol zum klobig-technoiden Icon bildet.

Insgesamt ein angenehm unaufgeregtes Projekt, in dem sinnvolle und praktikable Werkzeuge für die Patentanwaltskanzlei entstanden sind. Wir sind gespannt, wie das Design im Umfeld des Unternehmens ankommt. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn alles als selbstverständlich und gegeben hingenommen würde, als wäre es schon immer so gewesen. Gar kein schlechtes Kompliment für Corporate Design.

7.11.07

Saul Bass

Kollege Picco hat hier letztens sein Lieblingswort «Motion Design» fallen gelassen. Da will ich mich mal nicht lumpen lassen und frage, ganz Schweizer, «Wer hat's erfunden?». Nun ja, für einmal waren es nicht meine Landsleute sondern die Amerikaner, genauer gesagt Saul Bass. Zumindest war er ein Pionier dieser Disziplin, bevor sie überhaupt benamst war.

Vorweg: Bass war ein gestalterisches Universalgenie und hat einen ganzen Haufen weltberühmter Logos (AT&T, Minolta, Continental Airlines) und Filmposter (Vertigo, West Side Story, The Shining) gestaltet. Berühmt wurde er aber für seine Fähigkeit, mit Typografie, Grafikdesign, Tricktechnik und Schnitt kleine Filmkunstwerke zu schaffen, die meist als Filmvorspann eingesetzt wurden. Hier angehängt habe ich «Walk on the Wild Side», nota bene kein Film über Katzen, bekannter sind Vertigo, Anatomy of a Murder oder Bunny Lake is Missing (Bild). Man sagt auch, dass Bass' gutes Auge Herrn Hitchcock mehr als nur behilflich war beim Zusammenschneiden der Duschszene in Psycho.

Saul Bass ist und bleibt eine große Inspiration für alle, die grafisch, gestalterisch und filmisch arbeiten.